Caritas-Werkstatt Neheim feiert 20jähriges Bestehen
Passend zum Jahresmotto des Deutschen Caritas-Verbandes „Kein Mensch ist perfekt" konnte die Einrichtung der Caritas-Werkstätten Arnsberg Vertreter aus Wirtschaft, Politik, Nachbarschaft und Fach-Institutionen einladen. Hans-Helmut Eickhoff, Geschäftsführer des Caritas-Verbandes Arnsberg-Sundern e. V., der Träger der Werkstätten ist, stellte insofern bei seiner Begrüßung als erstes die Frage: „Wer von Ihnen ist perfekt?". Im Folgenden konnten die Vortragenden deutlich machen, welche Leistung gerade Menschen mit Behinderung vollbringen können. Herr Christian Münch, der sich als bei den Wirtschaftsjunioren Hagen/Ennepe-Ruhr engagiert, stellte die Zusammenarbeit zwischen Wirtschaftsunternehmen und Werkstätten für behinderte Menschen dar. In einem Film lies er Unternehmer zu Wort kommen, die ihren Gewinn durch den Einbezug von behinderten Menschen in den betrieblichen Ablauf verdeutlichten. Konkret erläuterte anschließend Trilux-Geschäftsführer Herr Klaus Röwekamp die Zusammenarbeit mit den Caritas-Werkstätten Arnsberg. Dabei ging er sowohl auf die Arbeiten ein, die in der Werkstatt Neheim ausgeführt werden als auch auf die sehr gute Zusammenarbeit mit einer Gruppe von Menschen mit Behinderung im Trilux-Werk in Hüsten. Frank Stucht, Leiter der Endmontage im Hause Trilux, zeigte auf wie Caritas-Beschäftigte und die Mitarbeiter der Firma Trilux ganz selbstverständlich im Trilux-Werk miteinander umgehen. Beispiele weiterer Arbeitsfelder von Menschen mit Behinderung wurden zudem in einem Film dargestellt. Die Teilnehmer waren durch diese Informationen sehr beeindruckt und interessierten sich anschließend auch für die Werkstatt, die im Rahmen von Führungen besichtigt werden konnte.
Die Werkstatt Neheim wurde am 29.7.1991 als erste Werkstatt für psychisch kranke Menschen im Einzugsgebiet der Caritas-Werkstätten Arnsberg mit zunächst 25 Personen eröffnet. Derzeit befinden sich 105 Menschen mit psychischen Erkrankungen in der Werkstatt. Zählt man die Personen, die auf sogenannten ausgelagerten Arbeitsplätzen in Industrieunternehmen gefördert werden (15 Personen) und weitere 24 Personen, die im Jahr 2007 näher an ihren Wohnort in die Werkstatt EnsTeC (Meschede-Enste) wechselten hinzu, ist der Bedarf an Arbeitsplätzen für diesen Personenkreis nach 20 Jahren fast sechs mal so hoch. Unter der Leitung von Wolfgang Wessel bietet die Werkstatt ein reichhaltiges Arbeitsplatzangebot für Menschen mit psychischen Erkrankungen. In den Bereichen Elektromontage, mechanischen und manuellen Montage, Verpackungsarbeiten, Lettershop/Postversand, Hauspostbearbeitung, Tampondruck, Kurierdienste sowie Küche erhalten die Beschäftigten eine angemessene berufliche Bildung und einen ihrer Leistungsfähigkeit entsprechenden Arbeitsplatz. Einzelne von Ihnen haben in den vergangenen Jahren durch die Unterstützung der Werkstatt auch den Weg in den Allgemeinen Arbeitsmarkt wieder gefunden.
Die Jubiläumsfeier war eine gelungene Veranstaltung, die noch mal allen Teilnehmer veranschaulicht hat, wie wichtig die Zusammenarbeit zwischen Menschen mit und ohne Behinderung ist und wie leistungsfähig jeder einzelne Mitarbeiter auf seinem Arbeitsplatz ist. Dies spiegelt sich auch besonders in der seit Jahren guten und vertrauensvollen Zusammenarbeit mit vielen Firmen aus dem Industriegebiet „Im Ohl" und darüber hinaus wider.
Gerne bringt sich die Werkstatt Neheim mit dem gesamten Team im Rahmen ihrer Möglichkeiten in den Wirtschaftsprozess ein und freut sich daher über Anfragen aus Industrie und Handwerk.

